Kratz Schreiber Fieseler - Mandanteninfos

Corona-Überbrückungshilfe geht in die zweite Runde

 

Die Corona-Hilfsmaßnahmen werden mit einer zweiten Überbrückungshilfe in die zweite Runde gehen. Im zweiten Anlauf soll der Zeitraum von September bis Dezember 2020 gefördert werden.

Voraussetzung für die Antragstellung ist

  • ein Umsatzeinbruch von mindestens 50% in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber dem gleichen Vorjahrszeitraum

oder

  • ein durchschnittlicher Umsatzeinbruch von mindestens 30% in den Monaten April bis August 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

 

Sollte eines der beiden  Zugangskriterien erfüllt sein, so dient die Überbrückungshilfe zur Deckung von maximal 90% der förderfähigen Fixkosten.
Eine Auflistung der förderfähigen Fixkosten können aus dem FAQ im Punkt 2.4 entnommen werden.

 

Die Anträge können nur durch einen antragsberechtigten Dritten (z.B. Steuerberater) bis spätestens 31.12.2020 gestellt werden.

 

Weitere Informationen erhalten Sie im FAQ unter folgendem Link:

https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Dokumente/FAQ/faqlist.html

 

Geänderte Ermittlung der zumutbaren Eigenbelastung

 

Im Steuerrecht ist nur eines sicher: es wird nie langweilig. Dafür hat aktuell der BFH gesorgt. Denn nach neuer Sichtweise ist die zumutbare Belastung bei außergewöhnlichen Belastungen stufenweise zu ermitteln, wodurch der steuerliche Abzug grundsätzlich erhöht wird (BFH 19.1.17, VI R 75/14). |

 

Hintergrund: Der Abzug außergewöhnlicher Belastungen (z. B. Krankheitskosten) ist nur möglich, wenn der Steuerpflichtige mit überdurchschnittlich hohen Aufwendungen belastet ist. Die Zumutbarkeitsgrenze wird in drei Stufen (Stufe 1 bis 15.340 EUR, Stufe 2 bis 51.130 EUR, Stufe 3 über 51.130 EUR) nach einem bestimmten Prozentsatz des Gesamtbetrags der Einkünfte (abhängig von Familienstand und Kinderzahl) bemessen (1 bis 7 %).

 

Das folgende Beispiel verdeutlicht, wie die zumutbare Belastung nach bisheriger Rechtslage und nach der neuen BFH-Sichtweise ermittelt wird:

 

Beispiel

Ein verheirateter Steuerpflichtiger (ein Kind) hat in seiner Einkommensteuererklärung außergewöhnliche Belastungen in Höhe von 4.148 EUR erklärt. Der Gesamtbetrag der Einkünfte beträgt 51.835 EUR.

 

Bisherige Ermittlung:

Stufe 3 (über 51.130 EUR): 0,04 x 51.835 EUR = 2.073 EUR

 

Nach Abzug der zumutbaren Belastung wirken sich 2.075 EUR steuermindernd aus.

 

Neue stufenweise Ermittlung:

Stufe 1 (bis 15.340 EUR): 0,02 x 15.340 EUR = 306,80 EUR

Stufe 2 (über 15.340 EUR bis 51.130 EUR): 0,03 x 35.790 EUR = 1.073,70 EUR

Stufe 3 (über 51.130 EUR): 0,04 x 705 EUR = 28,20 EUR

 

Die zumutbare Belastung nach stufenweiser Ermittlung beträgt 1.409 EUR. Somit sind die Aufwendungen in Höhe von 2.739 EUR abziehbar.

Meldepflicht für elektronische Kassensysteme

Ab dem 1.1.2020 müssen Steuerpflichtige ihr elektronisches Aufzeichnungssystem an die Finanzämter melden. Dafür muss ein amtlicher Vordruck verwendet werden. Dieser ist aber noch gar nicht verfügbar.

Eine Meldung ist deshalb noch nicht möglich. Darauf weist das Bayerische Landesamt für Steuern hin und bittet betroffene Unternehmen daher abzuwarten.

Betroffen sind vor allem Kassensysteme und Registrierkassen. Zur Begriffsdefinition schreibt das Bundesfinanzministerium:

  • Die genannten elektronischen oder computergestützten Kassensysteme oder Registrierkassen sind für den Verkauf von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen und deren Abrechnung spezialisierte elektronische Aufzeichnungssysteme, die Kassenfunktion haben.
  • Kassenfunktion haben elektronische Aufzeichnungssysteme dann, wenn diese der Erfassung und Abwicklung von zumindest teilweise baren Zahlungsvorgängen dienen können.
  • Dies gilt auch für vergleichbare elektronische, vor Ort genutzte Zahlungsformen (Elektronisches Geld wie z. B. Geldkarte, virtuelle Konten oder Bonuspunktesysteme von Drittanbietern) sowie an Geldes statt angenommener Gutscheine, Guthabenkarten, Bons und dergleichen.
  • Eine Aufbewahrungsmöglichkeit des verwalteten Bargeldbestandes (z.B. Kassenlade) ist nicht erforderlich.

Dem zuständigen Finanzamt müssen u. a. die Art und Anzahl der im jeweiligen Unternehmen eingesetzten elektronischen Aufzeichnungssysteme und der zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtungen mitgeteilt werden.

Für Steuerpflichtige, die ein elektronisches Aufzeichnungssystem vor dem 1. Januar 2020 angeschafft haben, gilt dafür eigentlich eine Frist bis zum 31. Januar 2020 (vgl. § 146a Abs. 4 AO).

Aktuelles

SPRUCH des Monats

Die Art, wie man gibt, bedeutet mehr, als was man gibt.
Pierre Corneille; 1606 - 1684, französischer Dramatiker und Bühnendichter